Tape Art Künstler Ostap und die Selfmade Crew

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Tape- & Street-Artist aus Berlin

Slava Ostap ist Tape Art Künstler. Vorrangig. Er nutzt auch andere Formen der Urban Art – Street-Art, macht Graffitis, Stencils, Cut Outs. Aber spezialisiert hat sich Slava in den letzten Jahren auf Tape-Art – zweidimensionale und dreidimensionale Klebeband Kunst. Er nutzt vorrangig farbiges Scotch Klebeband und lotet damit die Untiefen dieser Spielart der Street Art aus. Er lässt sich von Orten und Räumen inspirieren und erschafft mit jedem Bild, mit jeder Installation etwas Neues.

Die Kunst des gebürtigen Ukrainers ist oft auch politisch. Viele seiner Tape-Art Kunstwerke verbinden sich mit gesellschaftlichen, machtpolitischen, sozialen und religiösen Themen. Dennoch wirkt seine Kunst nie mahnend oder schwer – stets versprüht sie einen schalkhaften Humor, ist ironisch, sarkastisch, satirisch.

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Slava Ostap – Mein Weg zum Tape Art Künstler

Früher konnte ich nie daran denken, dass ich zu einem Tape Art Künstler werde. Bevor mit dem Kleben anfing, versuchte ich mich in dem Bereich mit Pinsel und Spreedose, doch genau das Richtige habe ich erstmal entdeckt, als ich mich an die Klebebandrolle zugegriffen habe.

Mit dem Tape war ich sofort in meinem Element, so zu sagen. Bunt vs. durchsichtig, matt vs. glänzend, breit vs. schmal, jede Sorte mit eigener Textur- das alles hat mich stark angeheizt und inspiriert.

Was ist eigentlich Tape Art?

Zuvor habe ich von Klebebandkunst nichts gehört, aber ich träumte daraus könne man was echt Geiles und Wahnsinniges machen und habe sofort mit meiner Ideenumsetzung angefangen. Später wurden meine Mühe beurteilt: “Das ist doch das richtige Tape Art!“ Seitdem immer wenn ich gefragt bin: „Wieso Tape Art?“ kommt mir nur eines drauf: „Warum auch nicht?“ Diese Kunst existiert nur 2 Jahreszehnten, bietet aber ein sehr breites Feld zum Kreieren, lässt mich als Künstler frei fühlen. Was ich in meinem Kopf halte und materiell umformen mag, kommt als Klebebandschnitte auf Glass oder an die Wände und rumstehende Gegenstände, so dass meine Umgebung mir zum Leinen dient. Klebeband ist umweltfreundlich und relativ  entfernungsleicht, darum betrachte ich Tape als  ideale Alternative zum Sprayen mit seinem wandalischen Ruhm.

Es freut mich, dass es immer mehr Menschen aus aller Welt sich an Tape Art wenden. Ich betrachte es als ein Zeichen davon, dass Zahl von meinen Mitdenkern kontinuierlich steigt, aber auch davon, dass ich die gesellschaftlichen Launen und Einstellungen gut empfinden kann. Das letzte finde ich für Aktualität und Wert meiner Arbeiten von Bedeutung. Denn zugrunde der Hauptaufgaben des Künstlers liegt eben seine Fähigkeit, die Gesellschaft von innen schneller und präziser zu verstehen als die Gesellschaft es selbst schaffen mag. Das gilt nicht für die Inhalte von Kunstwerken, sondern auch für die Äußerungsmitteln und Methoden, die der Künstler zu ihrer Kreierung benutzt. Diese Tatsache lässt mich glauben, dass ich wirklich Schritt um Schritt mit Welttendenzen laufe und mich mit so einer Kunstform beschäftige, welche heutige Menschheit echt fordert.

Tape Art schenkt mir die Möglichkeit, zu zeigen, wie die Klebebandkunst entsteht

Nicht nur den Ergebnis, sondern auch den Prozess beobachten zu können – hier ist Manifest der modernen Kunst. Tape Art in dem Sinne ist mit Performance ist gut kombinierbar. Um das Klebebandbild zu schaffen, ist relativ wenig Zeit erforderlich. Es entsteht kaum Müll oder Abfall. Außer Cutter und Klebebandrollen wird meistens weiteres Instrument verwendet. Dabei sehen die Zuschauer sich ganz gut an, was und wie der Künstler macht, weil Tape Art normalerweise etwas mehr Platz braucht.  Aber ich lasse mich nicht in die Theorie vertiefen. Ich mache bloß was ich für passend halte. Indem ich auf die Straßen gehe und dort mit Tape arbeite bekomme ich das blitzschnellste Feedback. Die rund herum laufenden Stadtbewohner bleiben nicht gleichgültig. Einige halten sich um zu verstehen was da passiert, die anderen machen Fotos, noch manche wollen unbedingt mit mir reden.  Auf jeden Fall sehe ich die Reaktionen, die Emotionen den Menschen und das ist unschätzbar.

Das reizt mich an der Tape Art Kunst

Was mich noch an Tape Art so reizt, dass alle mit Klebeland materialisierten Ideen immer frisch und  unerwartet aussehen. Für Urwort gilt das auch. Klebeband verschenkt dem Alten eine neue Form, die unbestrittenes Interesse vom Zuschauer weckt. Das ermöglicht mir den inneren Sinn des Werkes, die verdeckte Anrede an meine Zeitgenossen meist schnell und treffend zu präsentieren, abgesehen davon möchte ich an das seit langem Vergessene erinnern oder an das Akuteste für Heutzutage ihre Blicke zu wenden.

Tape Art Kunst von den Klassikern inspiriert

Vielleicht darum werden die klassischen darstellenden Werke bei mir sehr oft zu Inspirationsquellen. Ich versuche dabei immer diesen klassischen Hauch zu beibehalten und gebe bloß die Kleinigkeiten zu, das reicht völlig um meinen Message an den Zuschauer zu leiten. Etwas von anderem Winkel zu betrachten und es zu merken, was bis jetzt deinem Auge entlaufen wurde kann nie langweilig werden. Mithilfe von Klebeband visualisiere ich mal die Kreaturen meiner Ausbildungskraft, mal die real umgebenden Gegenstände. Bloß auf neuere Art und Weise als bisher.

Abstrakta und Ornamentieren lassen sich genau so gut tapen wie die figurativen, formbesitzenden  Objekte. Ich lege sehr viel Wert darauf, dass meine Arbeiten gut zu der Umgebung passen und ein schönes Zusammenspiel schaffen. Manchmal bekomme ich die Ideen zum Tape Art wenn ich mir die Oberflächen anschaue. Besonders wenn es da verschiedene Ecken, Kanten, Griffe oder Öffnungen gibt. Dann weiß ich sofort wohin welche Klebebandstreife hingehört. Solche Oberflächen sind der optimalste Basis für den dreidimensionalen Werken oder für optischen Illusionen. Wen alle Teile richtig aufgeklebt sind und abhängend von der Perspektive kann der Zuschauer verschiedene Dinge an einem Werk für sich entdecken. Manchmal wandelt sich etwas Formloses in eine deutliche und erkennbare Figur um. Mit Anamorphosen zu arbeiten ist halt schwierig, im Vergleich zu gewöhnlichen 3D Werken mehr zeitaufwendig, und meistens braucht man Gehilfe dazu aber Ergebnis lohnt sich immer.

Ist Tape Art wirklich Kunst?

Ob es lange so dauern wird würde ich nicht einschätzen. Dazu mag ich nur eines sagen: gesetzmäßig ist, dass alles Neue zuerst mit gewissem Misstrauen betrachtet wird. Die Fragen wie etwa: „Ist Tape Art wirklich eine Kunst?“ oder „Wie lange hält Tape Art  durch?“ finde ich ganz normal. Im Gegensatz, dass sie gestellt werden, spricht von unverfälschtes Interesse. Auch die Geschichte zeigt uns immer wieder, dass alles in der Kunst sich ändert, in andere Formen umläuft, und anschließend sich als neu separate Erscheinung abzweigt.

So war es, als die ersten Wegbereiter sich von akademischer, darstellender Kunst distanzierten und demnächst abtrennten. Und so war das auch, als die Fotokamera erfunden wurde. Ich glaube, Tape Art folgt demselben Wege. Der hatte seinen Anfang genommen, wird sich weiter abwickeln und Blütezeit erfahren. Vielleicht wird der in der Zukunft abklingeln. Unter Betracht der gesellschaftlichen Reaktion wird es eher aber nicht passieren. Vielleicht landen sogar manche Tape Art Werke an den Museumswänden. Es wäre ein Symbol davon, dass so eine Erscheinung wie Tape Art in der Kunst ihren tiefen Abdruck hinterlassen hat.

Vielleicht hängt Tape Art bald sogar in Museen?

Wenn das so sein wird, so freu ich mich darüber, dazu etwas beizutragen und Tape Art als gegenwärtige Kunstabzweigung voranzutreiben. Aber ich persönlich, hier und heute,  arbeite nicht für die staubigen Museen. Ich möchte nur die Kunst näher zu dem Zuschauer machen, die künstlerischen Arbeiten auf die Straßen vom Museen, Galerien und Künstlerstudios rausbringen uns so meine Stadt zu einem großen Open Air Museum machen.

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